Tiefschwarze Schokolade

Meine geheime Leidenschaft für dunkle Schokolade führt dazu, dass ich immer wieder diesen sündhaft hochkalorischen Schokoladenkuchen backen muss. Mit viel Schokolade, Nüssen und dem unvergleichlich zart schmelzenden Schokokern. Un gâteau au chocolat, wie er sich noch schöner nennt. Ein Fest für die Sinne, schon beim Schmelzen der Schokolade, dem Duft beim Backen und als Krönung auf dem Teller, mit einer heißen Tasse Kaffee und Gedanken an den bevorstehenden Winter, der plötzlich süß und verlockend scheint …

Gâteau au chocolat

200 g dunkle Schokolade

200 g Butter

200 g gemahlene Mandeln

150 g Zucker

4 Eier

1/2 P. Backpulver

Schokolade und Butter im Wasserbad schmelzen lassen. Dann mit allen anderen Zutaten vermengen. 35 min mit 160 Grad backen (Stöckchenprobe). Kinderleicht.

Bon appétit !

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Mitten in der Nacht

…und jetzt sitze ich hier, mitten in der Nacht, und höre dem Regen zu, wie er aufs Fensterbrett schlägt. Kein Licht brennt mehr in den Fenstern gegenüber, der Tatort ist gelaufen, das Lachstatar verdaut. Nur manchmal öffnet ein nackter Mann den Kühlschrank und greift nach einer Flasche Milch. Dann fällt das weiße Licht auf seinen Oberschenkel. Ansonsten ist da nichts als Stille.

aus: Simon Strauss. Sieben Nächte

Ein Buch, das ich ganz zufällig entdeckte und nach den ersten Seiten nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Beschreibung der Lebensangst eines jungen Mannes vor dem Erwachsensein. Die Angst irgendwann festgelegt, festgefahren, eingezwängt zu sein in einen Lebensentwurf, der sich Schritt für Schritt ergibt. Lebensereignisse, die sich aneinanderreihen, wie Perlen an einer Kette.

Ein Buch, gelesen von einer Frau, die diese Perlenkette in der Hand hält. Die auf ihre Lebensentscheidungen zurückblicken kann, die sich festgelegt hat, jede Perle einzeln: Studium, Beruf, Familie und noch vieles mehr. Eine Frau, die sich fragt, wo diese anfängliche Angst geblieben ist. Eine Frau, die ihre Perlenkette trägt, mit Stolz, mit Selbstsicherheit. Und eine Frau, die sich manchmal mit Gedanken auseinander setzt; was wäre, wenn sie sie abnehmen würde, diese Perlenkette. Langsam, bewusst, für eine gewisse Zeit.

Das hier ist ein erster und letzter Atemzug. Ein Warmlaufen für den großen Auftritt kurz vor Schluss. Es sind Anstiftungen, aber zugleich auch Abschiedszeilen. Geschrieben in einer Nacht, um in der Nacht gelesen zu werden. Am besten in sieben verschiedenen. In ihnen steckt Mut. Sehnsucht. Und Angst. Geht vorsichtig mit ihnen um. Dann könnten sie etwas bedeuten…

Ein wundervolles Buch.

 

Herbst auf dem Teller

Apfelbäume voll reifer Früchte, gehören für mich zum Herbst, wie der Frühnebel in den Tälern, die kühle Morgenluft und die samtwarmen Nachmittage. Ein besonderes Erlebnis ist die Apfelernte. In diesem Jahr waren die alten Apfelbäume brechend voll und die Zweige neigten sich bis zur Erde. Alles im Überfluss vorhanden. Dankbar bin ich für die Stunden in den Bäumen, in denen ich mich so nah am Wesentlichen fühlte. Verwurzelt.

Diese Gefühle setzen sich fort, wenn die Äpfel verarbeitet werden, es nach frisch Gebackenem riecht. Ein einfaches Rezept, das für mich ganz eng mit Herbst verbunden ist, ist das Apfelbrot. Am besten schmeckt es, bestrichen mit Butter und  einem heißen Kaffee. Wenn dazu noch der Holzofen brennt, dann ist es Herbst. Bei mir hat der Herbst begonnen und bei euch?

750 g Äpfel schälen und raspeln. Mit 200 g Zucker bedeckt etwa 3 Stunden stehen lassen. Dann 200 g Rosinen, 200 g gemahlene Mandeln, 500 g Mehl, 1 P. Backpulver, 2 EL Kakao, 1 TL Zimt, 1 Msp. gemahlene Nelken, 1-2 EL Rum hinzugeben. Alles vermengen und bei 180 Grad etwa 1 Stunde backen.

Guten Appetit!

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Gedankenversunken

1E465A24-1F4B-4A6B-9D4B-2D8C4F810B7DGedankenversunken in Traumwelten von Nebel und Klarheit steige ich auf, Richtung Gipfelkreuz. Schritt für Schritt tief ein- und ausatmend und ganz bei mir, löst sich der Gegensatz von Innen und Außen auf. Vom Knirschen der Steine begleitet, lasse ich mit jedem Höhenmeter ein Stück Alltag hinter mir. Die Luft wird dünner, die Gedanken freier. Mit Blick ins Tal setze ich mich mit dem Leben auseinander, mit Blick ins Tal überlege ich ”Wer bin ich, wenn ich bin, was ich habe, und dann verliere, was ich habe?“¹A5146B86-5C51-4277-A207-EE0B2B0B055FWas bleibt übrig von mir?048BD8AA-3DB0-4FBC-88A4-3712B5F41BD9Nur das was ich bin, abseits jeglicher Äußerlichkeiten. „Wenn ich bin, der ich bin (…), kann mich niemand berauben oder meine Sicherheit und mein Identitätsgefühl bedrohen. Mein Zentrum ist in mir selbst…“²

C2E887C7-DC32-4B28-A138-EF6235FF9FF0Diese tiefe Weisheit halte ich fest, mit Blick nach oben und im Vertrauen, dass das der Weg sei …

Euch allen eine gute neue Woche!76707E82-5909-4CED-BE4C-5ED0E9C06F3F

¹² Zitate aus: Erich Fromm: Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft 1979

Verlinkt bei Ghislanas Naturdonnerstag

Bodenständig

Herbst, eine Jahreszeit, die mich mit gemischten Gefühlen erfüllt. Ich sehe mich gezwungen, den Sommer mit seiner ihm eigenen Leichtigkeit ziehen zu lassen und die warme, gedämpfte Melancholie des Herbsts anzunehmen. Fallende Blätter, abgemähte Felder, grauer Himmel. Regentropfenmuster an den Fenstern.

Glücklicherweise zeigt sich der Herbst auch anders. Und dann nehme ich die Faszination dieser Jahreszeit wahr: die leuchtenden Farben, wenn die milde Sonne scheint, den Herbstwind und sein Spiel mit den Blättern, die Bäume voll reifer Früchte. Samtweich fühlt sich die Sonne jetzt an und die Luft riecht nach Erde. Bodenständig. Die Tage des Lichts sind gezählt, dunkler werden die Stuben. Kerzen erhalten Einzug und Suppen. Jetzt kommt die Zeit der heißen und dampfenden Suppen, tröstend, warm, wohlig, Geborgenheit vermittelnd. Wie diese ….

Rote Beete Suppe mit karamellisierten Zwiebeln und Walnüssen

Zwiebel in Scheiben schneiden und mit braunem Rohzucker karamellisieren lassen. Rote Beete in Würfel schneiden und zugeben. Mit Gemüsebrühe ablöschen und weich kochen. Anschließend pürieren, mit Salz und Pfeffer würzen, Sahne nach Belieben zugeben und vor dem Servieren mit Walnüssen garnieren.

Bevor man sie kostet, verliebt man sich schon in ihre Farbe! Guten Appetit!

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Über die Freiheit

Freiheit – ein von Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen kontovers diskutiertes Konstrukt und über Jahrhunderte von Philosophen und Denkern erforscht. Vielleicht ist es ein zutiefst menschliches Bedürfnis, sich damit auseinanderzusetzen. Freiheit von und Freiheit zu etwas. So verschieden die wissenschaftlichen Ansichten dazu sind, so unterschiedlich erlebt es jeder Einzelne. Verschiedene psychotherapeutische Schulen setzen sich mit der Notwendigkeit von Wurzeln und Flügeln auseinander, sprechen von individueller Bestimmung und „Sinnfindung“ als zentrale Aufgabe.

Das Leben stellt uns vor Situationen, die wir nicht in der Hand haben und die das Konstrukt von Freiheit als souveräne Entscheidung ad absurdum führen. Eine Freiheit, die sich manchmal allein auf die kognitive Ebene bezieht, eine Freiheit der Einstellung zu fremdbestimmten Lebensereignissen.

Und dann gibt es die Unfreiheiten, die wir uns selbst auferlegen. Unbewusst rennen wir modernen Göttern nach, tappen in die Falle einer Abhängigkeit von Karriere und Ruhm. Wir möchten anerkannt werden, genießen Zuwendung und Aufmerksamkeit. Freuen uns, wenn andere das eigene Tun bestätigen. Leider sind Bestätigung und Bewertung oft kaum zu trennen. Schnell fühlen wir uns negativ bewertet und machen das eigene Empfinden davon abhängig. Und dann ist die Freiheit plötzlich weit entfernt.

Fernando Pessoa, der mich alias Bernardo Soares über die Ferien begleitet und den dunklen Stimmungen in mir Worte gibt, formuliert es so:

Nicht das Vergnügen, nicht der Ruhm, nicht die Macht: die Freiheit, einzig die Freiheit.

aus: Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

Und ich fühle wieder, dass es für mich genau darum geht. Achtsam zu sein, vor neuen Abhängigkeiten oder Erwartungen anderer. Freiheit von und Freiheit zu …

Mediterraner Sommer auf dem Teller

Bei heißem Wetter, hält sich meine Lust zu kochen in Grenzen, mit einer Ausnahme: wenn Gerüche von Knoblauch und Kräutern südliches Lebensgefühl hervorrufen.

Und genau das passiert, beim Kräuterernten in der nachmittäglichen Sonne, vorbei an der sich im Schatten räkelnden Katze, wenn Knoblauch und getrocknete Tomaten fein geschnitten werden, Käse geraspelt, Pinienkerne geröstet, Basilikum gezupft, Rosmarin gehackt und dann alles mit Olivenöl vermischt wird. Es riecht nun in der Küche, wie Sommer riechen muss, der immer herbeigesehnte mediterrane Sommer…

Pesto rosso

  • 25 g Pinienkerne
  • getrocknete Tomaten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 5 EL Olivenöl (evtl. mehr)
  • 50 g Parmesankäse
  • Salz, Pfeffer, Rosmarin, Basilikum
  • 1 TL Chilipulver

Da ich die Zutaten sehr gerne noch etwas stückig mag, püriere ich die Masse nicht, sondern hacke alles klein. Passend sind traditionell Spaghetti oder einfach aufs Brot. Genießen wir die kulinarische Reise an Sehnsuchtsorte. Guten Appetit!

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