Zwischen den Jahren

Ein Weg, Schritte knirschend im Raureif. Ein verborgener Himmel und kühle Luft, die von Winter erzählt. Meine Hände in den Taschen vergraben, in mich gekehrt, gedankenversunken. Eine besondere Zeit liegt zwischen den Jahren. Wenn die Weihnachtstage vorbei sind und das neue Jahr noch nicht begonnen hat. Eine Zeit, die ich gerne für Spaziergänge nutze, mich verabschiede von gelebtem Leben, mich mit dem auseinandersetze, was war und vielleicht mit dem, was sein wird. Irgendwann. Mit der Vergänglichkeit und dem Loslassen. Eine Zeit um ruhiger zu werden, Bücher zu lesen, und die beschriebenen Worte im Herzen zu tragen.

… ich dachte an alles, was so schnell geschieht, an alles, für das man nicht die Zeit hatte, es bis zur Neige zu genießen, an alles, was man nicht genug getragen, nicht genug geprägt, nicht genug verschlungen hat, an all das, was man in dem Moment verliert, in dem es geschieht.

 

Über manches Buch stolpert man zufällig. Einige Sätze reichen um zu wissen, dass man es lesen muss. Dieses Buch war so ein Buch. Mein Buch für die Zeit zwischen den Jahren. Mein Buch für die sensiblen Seiten in mir. Mein Buch, das sich verdichtet in einem Satz:

Alles, was für mich bestimmt war, habe ich gehabt.

Ein Satz, der mich noch lange begleiten wird, durch Nebellandschaften und durch Sonnenschein. Ein Satz, der sich tief eingräbt in mich, weil er so wahr ist.

aus: Gregoire Delacourt. Das Leuchten in mir.

 

 

 

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Die Essenz

Es gibt Tage, da wirkt die Welt klarer.

Der Sturm, der die Blätter von den Bäumen fegt, eröffnet neue Blickwinkel; es ist, als verlasse Altes, Unwichtiges, Vergangenes die Bühne.

Lässt man sich darauf ein, wird der Blick auf das gelenkt, was bleibt.

Auf das Wichtige, die Essenz.

 

 

 

Tiefschwarze Schokolade

Meine geheime Leidenschaft für dunkle Schokolade führt dazu, dass ich immer wieder diesen sündhaft hochkalorischen Schokoladenkuchen backen muss. Mit viel Schokolade, Nüssen und dem unvergleichlich zart schmelzenden Schokokern. Un gâteau au chocolat, wie er sich noch schöner nennt. Ein Fest für die Sinne, schon beim Schmelzen der Schokolade, dem Duft beim Backen und als Krönung auf dem Teller, mit einer heißen Tasse Kaffee und Gedanken an den bevorstehenden Winter, der plötzlich süß und verlockend scheint …

Gâteau au chocolat

200 g dunkle Schokolade

200 g Butter

200 g gemahlene Mandeln

150 g Zucker

4 Eier

1/2 P. Backpulver

Schokolade und Butter im Wasserbad schmelzen lassen. Dann mit allen anderen Zutaten vermengen. 35 min mit 160 Grad backen (Stöckchenprobe). Kinderleicht.

Bon appétit !

Mitten in der Nacht

…und jetzt sitze ich hier, mitten in der Nacht, und höre dem Regen zu, wie er aufs Fensterbrett schlägt. Kein Licht brennt mehr in den Fenstern gegenüber, der Tatort ist gelaufen, das Lachstatar verdaut. Nur manchmal öffnet ein nackter Mann den Kühlschrank und greift nach einer Flasche Milch. Dann fällt das weiße Licht auf seinen Oberschenkel. Ansonsten ist da nichts als Stille.

aus: Simon Strauss. Sieben Nächte

Ein Buch, das ich ganz zufällig entdeckte und nach den ersten Seiten nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Beschreibung der Lebensangst eines jungen Mannes vor dem Erwachsensein. Die Angst irgendwann festgelegt, festgefahren, eingezwängt zu sein in einen Lebensentwurf, der sich Schritt für Schritt ergibt. Lebensereignisse, die sich aneinanderreihen, wie Perlen an einer Kette.

Ein Buch, gelesen von einer Frau, die diese Perlenkette in der Hand hält. Die auf ihre Lebensentscheidungen zurückblicken kann, die sich festgelegt hat, jede Perle einzeln: Studium, Beruf, Familie und noch vieles mehr. Eine Frau, die sich fragt, wo diese anfängliche Angst geblieben ist. Eine Frau, die ihre Perlenkette trägt, mit Stolz, mit Selbstsicherheit. Und eine Frau, die sich manchmal mit Gedanken auseinander setzt; was wäre, wenn sie sie abnehmen würde, diese Perlenkette. Langsam, bewusst, für eine gewisse Zeit.

Das hier ist ein erster und letzter Atemzug. Ein Warmlaufen für den großen Auftritt kurz vor Schluss. Es sind Anstiftungen, aber zugleich auch Abschiedszeilen. Geschrieben in einer Nacht, um in der Nacht gelesen zu werden. Am besten in sieben verschiedenen. In ihnen steckt Mut. Sehnsucht. Und Angst. Geht vorsichtig mit ihnen um. Dann könnten sie etwas bedeuten…

Ein wundervolles Buch.

 

Herbst auf dem Teller

Apfelbäume voll reifer Früchte, gehören für mich zum Herbst, wie der Frühnebel in den Tälern, die kühle Morgenluft und die samtwarmen Nachmittage. Ein besonderes Erlebnis ist die Apfelernte. In diesem Jahr waren die alten Apfelbäume brechend voll und die Zweige neigten sich bis zur Erde. Alles im Überfluss vorhanden. Dankbar bin ich für die Stunden in den Bäumen, in denen ich mich so nah am Wesentlichen fühlte. Verwurzelt.

Diese Gefühle setzen sich fort, wenn die Äpfel verarbeitet werden, es nach frisch Gebackenem riecht. Ein einfaches Rezept, das für mich ganz eng mit Herbst verbunden ist, ist das Apfelbrot. Am besten schmeckt es, bestrichen mit Butter und  einem heißen Kaffee. Wenn dazu noch der Holzofen brennt, dann ist es Herbst. Bei mir hat der Herbst begonnen und bei euch?

750 g Äpfel schälen und raspeln. Mit 200 g Zucker bedeckt etwa 3 Stunden stehen lassen. Dann 200 g Rosinen, 200 g gemahlene Mandeln, 500 g Mehl, 1 P. Backpulver, 2 EL Kakao, 1 TL Zimt, 1 Msp. gemahlene Nelken, 1-2 EL Rum hinzugeben. Alles vermengen und bei 180 Grad etwa 1 Stunde backen.

Guten Appetit!

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Gedankenversunken

1E465A24-1F4B-4A6B-9D4B-2D8C4F810B7DGedankenversunken in Traumwelten von Nebel und Klarheit steige ich auf, Richtung Gipfelkreuz. Schritt für Schritt tief ein- und ausatmend und ganz bei mir, löst sich der Gegensatz von Innen und Außen auf. Vom Knirschen der Steine begleitet, lasse ich mit jedem Höhenmeter ein Stück Alltag hinter mir. Die Luft wird dünner, die Gedanken freier. Mit Blick ins Tal setze ich mich mit dem Leben auseinander, mit Blick ins Tal überlege ich ”Wer bin ich, wenn ich bin, was ich habe, und dann verliere, was ich habe?“¹A5146B86-5C51-4277-A207-EE0B2B0B055FWas bleibt übrig von mir?048BD8AA-3DB0-4FBC-88A4-3712B5F41BD9Nur das was ich bin, abseits jeglicher Äußerlichkeiten. „Wenn ich bin, der ich bin (…), kann mich niemand berauben oder meine Sicherheit und mein Identitätsgefühl bedrohen. Mein Zentrum ist in mir selbst…“²

C2E887C7-DC32-4B28-A138-EF6235FF9FF0Diese tiefe Weisheit halte ich fest, mit Blick nach oben und im Vertrauen, dass das der Weg sei …

Euch allen eine gute neue Woche!76707E82-5909-4CED-BE4C-5ED0E9C06F3F

¹² Zitate aus: Erich Fromm: Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft 1979

Verlinkt bei Ghislanas Naturdonnerstag

Bodenständig

Herbst, eine Jahreszeit, die mich mit gemischten Gefühlen erfüllt. Ich sehe mich gezwungen, den Sommer mit seiner ihm eigenen Leichtigkeit ziehen zu lassen und die warme, gedämpfte Melancholie des Herbsts anzunehmen. Fallende Blätter, abgemähte Felder, grauer Himmel. Regentropfenmuster an den Fenstern.

Glücklicherweise zeigt sich der Herbst auch anders. Und dann nehme ich die Faszination dieser Jahreszeit wahr: die leuchtenden Farben, wenn die milde Sonne scheint, den Herbstwind und sein Spiel mit den Blättern, die Bäume voll reifer Früchte. Samtweich fühlt sich die Sonne jetzt an und die Luft riecht nach Erde. Bodenständig. Die Tage des Lichts sind gezählt, dunkler werden die Stuben. Kerzen erhalten Einzug und Suppen. Jetzt kommt die Zeit der heißen und dampfenden Suppen, tröstend, warm, wohlig, Geborgenheit vermittelnd. Wie diese ….

Rote Beete Suppe mit karamellisierten Zwiebeln und Walnüssen

Zwiebel in Scheiben schneiden und mit braunem Rohzucker karamellisieren lassen. Rote Beete in Würfel schneiden und zugeben. Mit Gemüsebrühe ablöschen und weich kochen. Anschließend pürieren, mit Salz und Pfeffer würzen, Sahne nach Belieben zugeben und vor dem Servieren mit Walnüssen garnieren.

Bevor man sie kostet, verliebt man sich schon in ihre Farbe! Guten Appetit!

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