Nur eine Frage

Sag, wenn wir die Gedanken beflügeln, wer fängt sie wieder ein?

Advertisements

R-o-t

Was verbinden wir nicht alles mir der Farbe Rot?  Die Glut ist rot, die Farbe des Feuers. Goethe schreibt „…die vollendeteste Farbe ist das roth…“, die Liebe, die Leidenschaft. Rot hat Signalwirkung und manchmal hüllt es wohlig ein, dunkelrot, weinrot, samtrot. Am besten in der Dämmerung, der frühen Nacht…

Rot, für die Tage an denen das Leben ein bisschen alltagsgrau zu werden droht. Ganz einfach zubereitet, mit Gedanken an den bevorstehenden Sommer, barfuß die Kräuter im Garten sammelnd, Rosmarin, Thymian, alles was duftet. Ein Gericht ist so leicht wie ein lauer Spätsommertag.

Paprika – Schafskäse – Knoblauch – Ei – Sahne – Gewürze – frische Kräuter

Frische Paprika waschen, entkernen und der Länge nach halbieren, Knoblauch schälen und fein schneiden. Schafskäse und Knoblauch mit Eigelb vermischen, etwas Sahne zugeben, bis eine Masse entsteht. Mit Salz und Pfeffer würzen. Masse auf die Paprikahälften geben und im Ofen (175° ca. 20 min) backen.

 

Was für eine Farbe gegen das Alltagsgrau…

Sonntagmorgen

Sonntagmorgen und ein bisschen aus der Zeit gefallen. Nicht mehr schlafend und noch nicht wach. Dieser wundervoll leise Zustand dazwischen, pastellfarbene Gedanken. Worte suchend…

“…wie unwissend ich lebte, wie blind, wie übermütig (…). Jetzt Momoiren schreiben wäre das Abenteuer, das noch möglich ist, es würde mich packen und umdrehen, glaube ich. Ich hätte ein Leben hinter mir, eines, das mich noch einmal interessiert, weil ich es nicht kenne. Es hieße vorerst, sich selbst verlieren…“

Aus: Max Frisch. Aus dem Berliner Journal 2014

Ich mache dir einen Gegenvorschlag, verehrter Max: Neues Leben sammeln, im Aufstehen, immer wieder. Den Vögeln zuhören, was sie erzählen, die Sonne auf der Haut spüren, den frisch gebrühten Kaffee schmecken, mit Menschen lachen. Mein Gegenvorschlag ist Leben, lieber Max.

Ich komme wieder zu dir und deinen Gedanken. Weil du so vieles in mir in einfache, unverblümte Worte fasst. Nur für heute lege ich über deinen nachdenklichen Blick auf das Leben einen pastellfarbenen.

Einen schönen Sonntag, wünsche ich uns allen! 🌸

Anaïs

Ich kann nicht aufhören, sie zu lesen. Kaum eine Schriftstellerin legt so viel Gefühl in ihre Sätze, melancholisch, dunkel, sehnsüchtig. Das Leben in seiner ganzen Fülle, das uns immer wieder durch die Finger rinnt. Gefangenschaften und Abhängigkeiten. Der Verlust und die Sehnsucht. Alles in Worte gegossen und zu Sätzen geformt, die manchmal zart und manchmal kraftvoll sind.

„Ich habe es satt, darum zu kämpfen, dass ich eine Philosophie finde, die zu mir und meinem Leben passt. Ich will lieber eine Welt finden, die zu mir und meiner Philosophie passt.“

Schon in sehr jungen Jahren beginnt sie zu schreiben. 1923 formuliert sie in ihrem Tagebuch das Ziel „in aller Klarheit die undurchdringlichen, namenlosen und gemeinhin unbeschreiblichen Dinge in den Blick zu rücken…“. Das Schreiben war für sie immer ein Fluchtweg in die Freiheit. Und das spürt man, wenn man sie liest und sich Zeile für Zeile dem Unbeschreiblichen nährt. Das Unbeschreibliche, das bei ihr so klar zwischen den Zeilen steht.

„Wohin geht ihr?“ fragten sie. „Wir wollen ein wenig vom gewöhnlichen Leben ausruhen“, sagten sie, „fort ein paar Stunden, um unserer Phantasie ein wenig Spielraum zu geben.“

Warm und dunkel sind ihre Sätze. Wie starker Rotwein in in den frühen Morgenstunden…

Ihr entschuldigt mich, ich bin verabredet. Mit Anaïs…

F3550FA0-C2F0-4A00-B3C1-E9BCD7AAFB5F

zitiert aus ihren ersten Texten 1929/1930: Anaïs Nin. Ein gefährliches Parfum. Die frühen Erzählungen (speziell „Ungenutzte Zeitlosigkeit“)

 

Halbdurchdacht

Nach einer anstrengenden Woche ist es, als hafteten die Worte noch an mir. Gehörte Worte und gesagte. Bruchstückhaft. Es braucht Zeit, um sie zu sortieren, ihnen einen Platz zuzuweisen. Die schönen Worte zu wiederholen um sie zu verankern, die schmerzhaften loszulassen – jene Worte, die sich nicht so einfach lösen, weil sie Tiefes berührt haben.

38564383-D03A-46F7-922F-EDFC4C8B8C71Wenn die Worte nicht leiser werden, dann fahre ich hinaus auf die Felder. Mit Sonne auf der Haut und dem Wind in den Haaren entferne ich mich.

Nicht was die Dinge objektiv und wirklich sind, sondern was sie für uns, in unserer Auffassung sind, macht uns glücklich oder unglücklich…“ (Schopenhauer).

So empfinde ich es auch bei Worten: nicht das Gesagte oder Gehörte macht uns glücklich oder unglücklich, sondern das, was die Worte für uns sind.

Mit Blick auf die Felder wird es ruhiger in mir. Über manche Worte lächle ich und andere lasse ich einfach hier.  Bewusst halbdurchdacht. Zwischen Ähren und Kornblumen.

010C3561-EA81-4869-93F6-2A18B83536D2

Ein wundervolles Wochenende wünsche ich euch!

 

 

Wachstum des Lebens

Die Welt blüht, vor allem draußen und ein bisschen drinnen. Diese wunderbare Jahreszeit verwöhnt uns mit Farben, Düften und den ersten warmen Vorboten des Sommers. Laue Abende, Gewitternächte, Regentropfen im Morgenlicht.E3D1088C-BBAD-4B6A-8EFC-7FE037D19D12Ich pflücke nur wenig Blumen in dieser Jahreszeit, weil ich sie gerne wachsen sehe. Vielleicht auch etwas melancholisch dem Verwelken zusehe. Die schweren Blüten der Christrosen morgens von Regentropfen benetzt, voll entfaltet, den Kopf zur Erde geneigt. Der Frauenmantel, der jeden Tautropfen sammelt und in Perlen verwandelt.

Im Wachstum des Lebens hat jede Stufe ihre Vollendung. Die Blüte sowohl als die Frucht.

Tagore

Vielleicht sollte man sich ab und zu Zeit nehmen, sich daneben zu setzen, das Wachstum des Lebens zu betrachten, das Funkeln wahrzunehmen. Es würde helfen, beim langsamer Leben, wenn der Alltag wieder Fahrt aufnimmt. Es wäre eine Möglichkeit, der Achtsamkeit ein Stück näher zu kommen.

03388928-8061-4197-8221-22F8BA541B28

Verlinkt bei Ghislanas Naturdonnerstag

Salzig und süß

Es gibt Begegnungen, die leben von ihren Gegensätzen. Vielleicht sind diese Begegnungen gerade deshalb so interessant. Sie eröffnen neue Horizonte, lenken den Blick in ungewohnte Richtungen. Verbindungen wie Feuer und Wasser, wie Zucker und Salz. Was auf den ersten Blick nicht zusammen gehört, verbindet sich zu einer interessanten Mischung. Bei Menschen nicht anders als beim Essen. Kennt ihr Salzkaramell? Marmelade auf dem Käsebrot?  Ihr ahnt schon; es liegt an der ausgewogenen Melange von süß und salzig. Von bodenständig und abgehoben. Flexibel zu Kaffee oder Wein – ganz nach Belieben. Eine Liebeserklärung an ein zutiefst sympatisches, weltoffenes, tolerantes Teilchen… 😉

500 g Mehl, 250 g Butter, 4 EL Milch, 2 Eier, 30 g Hefe, eine Prise Salz,         Hagelzucker zum Bestreuen

Butter schaumig rühren, Hefe in lauwarmer Milch auflösen und alle Zutaten zu einem Teig kneten. Den fertigen Teig zerteilen, fingerdicke Rollen auf Hagelzucker ausrollen, zur Hälfte zusammenlegen und umeinander schlingen. Evtl. nochmals mit Hagelzucker bestreuen.  30-45 Min gehen lassen und 15 Min. bei 200 Grad goldbraun backen.

Guten Appetit!