Schweigen

Es gibt Fragen, die lauern im Verborgenen. Nebelumwoben. Immer wieder durchdacht, gedreht, gewendet, bei Licht besehen und bei Dunkelheit. Fragen, tief in uns, die wir nicht in Worte fassen. Wir wagen sie nicht auszusprechen, weil wir die Antworten fürchten. Die Antworten glauben zu kennen. Die Antworten nicht wahrhaben möchten. Mit manchen Fragen kann man leben, mit manchen Antworten nicht.

… wo das Wort vorbeifliegt

verdorren die Gräser,

werden die Blätter gelb,

fällt Schnee…

Das Leben lehrt uns, dass das Ausgesprochene nicht mehr zurücknehmbar ist. Und so werden wir vorsichtig im Aussprechen, zurückhaltend, wenden uns anderen Dingen zu.  Vielleicht ist dies eine der wichtigen und schweren Lektionen. Sich in gewissen Situationen für das Schweigen zu entscheiden. Denn..

Am Ende ist das Wort,

immer

am Ende

das Wort.

aus: Hilde Domin. Unaufhaltsam

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12 Kommentare zu „Schweigen

  1. Es verbietet sich fast, zu kommentieren. Aber Kommentare (wenn sie Kommentare sind und kein inhaltsleerer Gruß), müssen ja keine Antworten sein – und Fragen schon gar nicht. Wort-los durchs Leben gehen – aber nicht Sprachlos. Vergessen wir manchmal, was das Leben uns lehrt und lehren wir dem Leben: Uns.

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