… und großes Glück

Wenn ich eines in den letzten Tagen gelernt habe, dann ist es, dass weniger mehr ist. In fast allen Dingen. Sehr aktuell und en vogue ist der Begriff „Mindfulness“. Ganze Industriezweige haben sich entwickelt, die Produkte von Badezusätzen über Duftkerzen, Kleidungsstücken bis hin zu Klangschalen und Räucherstäbchen anbieten. Glücksversprechen. Mindfulness braucht wohl in unserer Gesellschaft einen käuflichen Rahmen, um sich einzustellen.

Das Erkennen der kleinen Dinge, Zeit für die kleinen Dinge – weniger, tiefer, einfacher – abseits alles Käuflichen, das scheint der andere Weg zu sein. Der vielversprechendere. Immer wieder sich selbst zu reflektieren und ruhig zu werden. Bewusst. Achtsam.

Hundert Möglichkeiten gibt es, dies zu erproben. Eine davon ist die Zubereitung des Essens. Eine Mahlzeit aus ganz wenigen, reinen und schmackhaften Zutaten. Am besten vieles davon frisch aus dem Garten. Die reifen Tomaten vom Strauch, die Kräuter, die duften. Dies alles bewusst wahrzunehmen, das ist meine Art der Achtsamkeit. Mindfulness. Und großes Glück.

 

Bulgur mit Tomaten und Kräutern

Bulgur – Tomaten – Kräuter (z.B. Basilikum, Petersilie, Rucola…) – Parmesan (reiben) – Salz – Pfeffer – Chilipulver – Olivenöl

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Bulgur kochen und quellen lassen. Gewünschte Menge Tomaten kleinschneiden. Kräuter klein schneiden. Wenn der Bulgur weich ist, mit Salz, Pfeffer, Knoblauch, Chili würzen und mit Olivenöl verfeinern. Dann die Tomaten, die geschnittenen Kräuter, den Käse darüber geben. Wer mag, kann auch noch etwas Balsamico-Creme darüber geben.

Wer nun achtsam isst, erkennt den individuellen Geschmack jeder einzelnen Zutat.

Guten Appetit!

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5 Gedanken zu “… und großes Glück

  1. Mich nervt schon lange, dass uns Achtsamkeit oder Mindfulness (auf Englisch klingt’s wohl noch besser) so verkauft werden, als handele es sich um eine Neuentdeckung, die uns und unserem Leben guttut – es wird eben alles kommerzialisiert, was eigentlich normal sein sollte. Wohl dem, der noch zu dieser Art von Ruhe, Aufmerksamkeit oder auch Besinnung fähig ist. Die dauerverstöpstelten Smartphone-Süchtigen sind es nicht, fast könnten sie mir leid tun, doch sie merken ja nicht, das ihnen etwas fehlen könnte. Dein Rezept ist ganz nach meinem Geschmack, habe gerade Couscous gegessen.

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    1. Besonders deutlich wurde es mir beim Shoppen. Vor allem Kosmetik-Ketten werben mit fernöstlichen Weisheiten und dem entsprechenden Lebensgefühl. Was für Schwachsinn! Liebe Grüße und vielen Dank für deine Gedanken!
      Christine

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      1. Ach, das habe ich bisher nicht so mitbekommen. Ich weiß nur, dass Asiatinnen besonders auf ihre Kosmetikprodukte bzw. die Unversehrheit ihrer Haut achten. Aber das hat nicht primär mit Werbung zu tun. Liebe Gr0ße,
        Ute

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  2. Ich denke, dass die neuerdings zu Recht so gepriesene Achtsamkeit für Max und Maxi Mustermann eine nahezu unlösbare Aufgabe darstellt. Was für die Steinzeitmenschen noch überlebensnotwendig war, ist in unserer hochkomplexen Welt eine Überforderung. Wir wenden uns freiwillig den Helfern zu, die uns zu Konsumenten schrumpfen lassen. Und wir erkennen nicht mal, wie gross die Verluste sind, wenn wir uns der Bequemlichkeit halber verführen lassen und die Badezimmerwaage zur Göttin unserer Achtsamkeit ernennen, damit auch das erledigt ist.
    Grüße!
    Roland

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